
Es gehört zum allgemeinen Erfahrungsgut, das Insekten auf Lichtquellen zufliegen. Phototrope Grundstimmung vorausgesetzt, fliegen nachtaktive Insekten jegliche Lichtquellen an, offenes Feuer, Kerzen Öl-, Gaslampen und Elektrisches Licht jeder für ein Insektenauge wahrnehmbarer spektraler Zusammensetzung.
Tagflieger tun dies nicht in gleichem Ausmaß. Sie werden stärker angelockt, wenn die Lichtquelle Anteile an langwelligen UV-A-Licht im Bereich 365 nm (Nanometer) abstrahlt.
Während für Nachtflieger jede sichtbare Lichtquelle freier Flugraum bedeutet, muß der sich im Licht bewegende Tagflieger ein spezifischeres Signal für freien Flugraum erhalten. Dies eben ist langwelliges UV, welches nur direkt von der Sonne oder als Globalstrahlung aus dem unbedeckten Himmel kommen kann.
Viele Fluginsekten haben eine spezifische Anpassung entwickelt. Der UV-empfindliche Rezeptor im Facettenauge zeigt bei 365 nm (Nanometer) ein Absorptionsmaximum. Für die Entomologen (Insektenkundler) waren diese Erkenntnisse die Grundlage zur Konstruktion der elektrischen Insektenvernichter.
Diese Geräte sind mit UV-Leuchtstofflampen mit einem UV-A-Lichtwellenbereich von 365 nm ausgestattet. Auf in Flugstimmung befindliche Insekten wird durch das intensive Licht ein Anflugzwang ausgeübt.
Als weitere Orientierungshilfe bewirkt die UV-A-abgebende Leuchtstofflampe mit ihren 50-60Hz-Flackern einen Leuchtturmeffekt. Die Facettenaugen eines Fluginsekts besitzen nämlich eine sehr viel höhere Verschmelzungsfrequenz als etwa das menschliche Auge.
Während für uns eine Leuchtstofflampe gleichmäßiges Licht abgibt, schaltet sie für ein Fluginsekt ständig an und ab. Jeder Insektenvernichter bewirkt, daß die starke Lockwirkung seiner Lichtkombination die schädlichen Fluginsekten in den Bereich der Stromgitter oder einer Klebefolie bringt und tötet oder festsetzt.
Wird ein Fluginsekt durch Abwehr in seiner Bewegung gestört, wird sie automatisch freien Flugraum suchen. Ist der Insektenvernichter nun die hellste UV-A Quelle in der Umgebung, so wird sie angeflogen.
Die Fluginsekten zählen zu den Gefährlichsten Keimüberträgern. Eine einzige Fliege mit ihren Gewicht von nur einem Milligramm kann bis zu 5 Millionen Keime transportieren und gefährlichste Krankheiten übertragen.




